Konsequentes Antidopingprogramm des Team CSC / Interview mit dem Experten Rasmus Damsgaard im dänischen Fernsehen Berichterstattung in der Nachrichtensendung TV Avisen des dänischen Fernsehsenders DR1 vom 21.06.2007. Im Folgenden die deutsche Übersetzung der Anmoderation und des Interviews im zweiten Teil der Sendung mit Rasmus Damsgaard, dem Antidoping-Experten vom Bispebjerg University Hospital in Kopenhagen, der das Programm für das Team CSC entwickelt hat.
Anmoderation: Heute veröffentlichte die Radmannschaft CSC die Ergebnisse eines sechsmonatigen Dopingtests der Rennfahrer der Mannschaft. CSC bezeichnet ihre Arbeit als das umfassendste Antidopingprogramm des Radsports. In Folge der Zusammenarbeit mit einem der renommiertesten Dopingforscher Dänemarks, Rasmus Damsgaard, wurden 28 Rennfahrern der Mannschaft in den letzten sechs Monaten insgesamt 423 Blut- und Urinproben entnommen. Sämtliche Proben waren negativ, und damit sind sowohl Bjarne Riis als auch Rasmus Damsgaard selbstverständlich mehr als zufrieden. Interview mit Rasmus Damsgaard:
DR1: Guten Abend, Rasmus Damsgaard! Jetzt, wo Sie sämtliche Rennfahrer des Teams CSC getestet haben, bedeutet es dann, da die Proben negativ waren, dass es sich um eine dopingfreie Mannschaft handelt?
Rasmus Damsgaard: Dazu kann ich Folgendes sagen: Nachdem, wie mehr als 400 Tests privat zu Hause entnommen wurden, ohne dass wir vorher angerufen haben, und nachdem keiner der Tests positiv gewesen ist - ja, dann bin ich überzeugt, dass die Rennfahrer der CSC-Mannschaft clean sind.
DR 1: Es gibt jedoch auch Skeptiker, die den Wert Ihres Berichts in Frage stellen. Einer davon ist der Sportchef des Dänischen Radios und Fernsehens, Olaf Skaaning Andersen. Er jagt seit Mitte der 90er Jahre Dopingsünder. Wollen wir hören, was er zu sagen hat!
Einblendung Statement Olaf Skaaning Andersen: Auf dieser Grundlage dürfen wir die CSC-Mannschaft nicht freisprechen. Es kann nach wie vor Doping bei CSC geben, weil Rasmus Damsgaard nicht immer anwesend sein kann, und weil es Stoffe gibt, die er in seinen Tests nicht nachweisen kann, und die nach wie vor als Dopingmittel angewandt werden können. DR 1: Hat Olaf Skaaning Andersen recht, dass es Dopingmittel gibt, die Sie nicht nachweisen können, und Methoden, auf die die Rennfahrer trotzdem zurückgreifen können?
Damsgaard: Nein, natürlich nehme ich jede Kritik ernst. Die Diskussionen stärken letztlich auch unser Programm und unser Vorgehen. In Bezug auf die Aussage von Olaf Skaaning Andersen möchte ich jedoch sagen, dass die Dopingwelt heute ganz anders als in den 90ern aussieht. Heute haben wir ein massives und intelligentes Testprogramm, das unmöglich zu umgehen ist. Damit sieht die Welt also ganz anders aus als früher. Und die Behauptung, dass es Stoffe gäbe, die ich nicht nachweisen könnte, ist nicht korrekt.
DR 1: Aber Rasmus Damsgaard, benutzt das Team CSC nicht Ihren guten Namen, um die Mannschaft freizusprechen? Es ist immerhin eine Mannschaft, deren beiden letzten Mannschaftskapitäne ein Dopingurteil erhalten haben, und in der der Mannschaftseigner die Dopingvorwürfe zugegeben hat. Sind Sie nun der Mann, der rausgeschickt wird, um zu bestätigen, dass jetzt alles hier in Ordnung ist?
Damsgaard: Doch, vorstellbar ist das schon. Umgekehrt ist das Antidopingprogramm völlig unabhängig. Es geht darum, dass wir einen Test außerhalb des Wettbewerbs durchführen, ohne dass wir es anmelden. Und das machen wir auf Basis der sehr, sehr rigiden Forderungen, die an die Dopingkontrolle gestellt werden. In dieser Weise kann man die Dinge nicht miteinander vermischen. Was ich bei diesem Programm hervor-heben möchte, ist die Tatsache, dass wir, wie Olaf Skaaning es ja selbst erzählt, doku-mentieren können, dass die Blut- und Urinprofile der 28 Radrennfahrer normal sind – sie sind genauso normal wie Ihre und meine Werte, und damit können wir sicher sein, dass die Rennfahrer nur das machen, was sie dürfen, und alles ausschließen, was nicht erlaubt ist.
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