Presseinformation zum Anti-Doping Programm des Teams CSC vom 21. Juni 2007 Anbei erhalten Sie die Auswertungen der ersten – rund 400 – Doping-Tests, die seit Einführung des Anti-Doping-Programms Mitte Dezember 2006 durchgeführt wurden.
Bitte lesen Sie die nachstehende Einleitung. Für weitere Informationen können Sie sich gerne an mich wenden.
Ergebnisse und Umfang des Projektes: Das „Anti-Doping-Programm des Teams CSC“ hat drei Ziele:
1. Aufspüren von Dopingvorfällen im Team 2. Setzten eines Meilensteins im Rahmen der Anti-Doping-Vorgehensweise 3. Sicherstellung und Schutz der Gesundheit und der Integrität der Fahrer
Ad. 1. Alle 198 Urintests waren negativ und alle 225 Bluttests bewegten sich innerhalb des vom internationale Radsportverband UCI (Union Cycliste Internationale) vorgegeben Rahmens.
Ad. 2. Die umfangreiche, außerhalb des Wettkampfes stattfindende Test-Strategie soll den Druck auf die Anti-Doping-Kommission sowie auf andere Radsport-Teams ausüben, damit auch sie ihre Anti-Doping-Verfahren verbessern. Dadurch sollen mehr Doping-sünder aufgespürt werden. Das Programm hat bereits den internationalen Radsport-verband UCI dazu inspiriert, eine „100% Against Doping“ Kampagne ins Leben zu rufen. Zudem zeichnet sich ab, dass auch andere Radsport-Teams Interesse haben, ein solches Programm in deren Mannschaften einzuführen.
Ad. 3. Schulung der Fahrer während des Programms hinsichtlich ihrer eigenen Physio-logie. Darstellung, wie ihre Werte auf Krankheit, Reisen, Übertraining, Höhe, Wettkampf etc. reagieren. Ebenso wichtig ist die Erstellung eines unabhängigen medizinischen Profils, welches die Fahrer von falschen und unbegründeten Anschuldigungen beschützt.
Diese Ziele wurden erfolgreich umgesetzt, so dass das Programm an die Spitze aller derzeitigen Anti-Doping-Aktivitäten im Sport gerückt ist. Testen und Sammeln der Ergebnisse Die Durchführung der Tests erfolgte ohne Ankündigung und überwiegend außerhalb eines Wettkampfes (85 Prozent aller Tests). Urin- und Blutproben wurden durch die UCI zertifizierte und unabhängige Anti-Doping Firma International Doping Tests & Manage-ment mit Sitz in Stockholm gesammelt. Die gleiche Anzahl an Tests werden in der zweiten Jahreshälfte 2007 genommen – damit kommt eine Summe von über 800 Tests zustande.
Die Tests bestehen aus Blutabnahmen zur Erstellung von Blutprofilen und zum Nachweis von Bluttransfusionen und Wachstumshormonen. Des Weiteren werden Urin-Tests vor-genommen, um Steroide und EPO aufzuspüren. Das medizinische Personal kann den Fahrern spontan und je nach Erachten Proben entnehmen. Die Fahrer sind vertraglich gebunden, immer Auskunft über ihren Aufenthaltsort zu geben, damit jederzeit eine Probe ohne Vorankündigung entnommen werden kann.
Die Tests wurden auf vier Kontinenten und mehrheitlich außerhalb der Saison und in der Vorsaison durchgeführt. Im Durchschnitt wurde jeder Fahrer 15mal getestet. In den ersten vier Monaten des Programms wurde jeder der 28 CSC-Radsportler demnach häufiger getestet als irgendein professioneller Football- oder Basketballspieler in seiner gesamten Karriere.
Unabhängigkeit Alle Tests wurden anhand dem WADA Code (World Anti-Doping Agency) durchgeführt, von WADA akkreditierte Laboratorien analysiert und dem UCI zur Verfügung gestellt. Nachdem nun genug Daten gesammelt wurden, werden diese der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Diese Vorgehensweise dokumentiert und unterstreicht, dass das Programm vollkommen transparent ist.
Die Testergebnisse werden durch WADA akkreditierte Laboratorien direkt an die UCI übermittelt (und wenn „positiv“ an die WADA), erst dann werden die Ergebnisse dem Programm-Manager und letztlich dem Team CSC kommuniziert. Eine Einflussnahme oder Manipulation der Ergebnisse ist demnach ausgeschlossen.
Verwaltung der Messdaten Nach vier oder mehr Blutuntersuchungen eines Fahrers kann ein individuelles Profil erstellt werden. Daraus lässt sich eine Wahrscheinlichkeit errechnen, welchen Wert die künftigen Blutproben des Fahrers haben werden. Mit einer eigens hierfür entwickelten Datenbank lassen sich die Profile beobachten. Dies beschleunigt zudem das Verfahren eines eventuellen Folgetests.
Mit freundlichen Grüßen
Rasmus Damsgaard MD, PhD Bispebjerg Bakke 23 DK-2450 Copenhagen NV Dänemark Hämatokrit und Hämoglobin vs. Laufzeit Die normale individuelle Abweichung in Hämatokrit und Hämoglobin ist höchstenfalls 15 Prozent (zum Beispiel 0.42-0.48 in Hämatokrit). Diese Abweichung beinhaltet bereits saisonbedingte Veränderungen. Jedoch ist der Einfluss von sportspezifischen Faktoren wie zum Beispiel Training schwer nachzuweisen. Es ist allgemein bekannt, dass die Hämatokrit- und Hämoglobinwerte bei gut trainierten Athleten zu Beginn der Wettkampf-saison höher sind und dann abnehmen. Darüber hinaus lassen sich Auswirkungen von nicht sportspezifischen Modalitäten wie Krankheit, Höhentraining, Überseeflüge etc., welche Einfluss auf Blutvariablen haben, nicht so einfach nachweisen. Auf diese Weise können bei einigen Elite-Athleten die Abweichungen höher sein als bei normalen, gesun-den Menschen. Durch Sammeln wiederholter Messdaten über einen längeren Zeitraum hinweg lassen sich plötzlich abweichende Werte leichter aufspüren.
OFF-Score vs. Laufzeit OFF-Score ist eine Aufstellung von den Parametern Hämoglobin und Retikulozyten (junge rote Blutkörperchen). Durch die Zusammenführung beider Variablen kann ermittelt werden, ob ein Athlet EPO benutzt oder sogar das Prozedere von Bluttrans-fusionen (autolog) durchgeführt hat. Die von UCI festgesetzte Obergrenze liegt bei 133. Das Programm hat die Obergrenze auf 125.6 herabgesetzt. Dies ist auch das Limit, welches die Initiatoren der OFF-Score Aufstellung vorgeschlagen haben.
Blut-Profil Ein individuelles „Blut-Profil“ besteht aus der Kombination zweier Blutparameter: Hämoglobin und Retikulozyten. Retikulozyten reagieren sehr anfällig auf EPO und Blutverlust (Bluttransfusion (autolog)), aber weniger anfällig auf zum Beispiel Höhe, Krankheit, Hypoxiekammern. Mit Hilfe wiederholter Messungen der Retikulozyten in Kombination mit Hämoglobin kann unterschieden werden, ob es sich um die Einnahme verbotener Substanzen oder normal schwankende Körperwerte handelt.